Der Rhodesian Ridgeback gehört zur FCI-Gruppe 6: Lauf- und Schweisshunde. Das bedeutet, dass die Vertreter dieser Rasse ein großes Laufbedürfniss haben und gleichzeitig einen (von Hund zu Hund unterschiedlich ausgeprägten) Jagdtrieb besitzen. Schweisshunde werden auf der Jagd zur Nachsuche von Wild, nach dem Schuss, eingesetzt. Jagdliche Veranlagung kann niemals unterdrückt; durchaus aber in die richtigen Bahnen gelenkt werden.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten dem Hund eine sinnvolle Alternative zu bieten… ein gesunder, junger Rhodesian Ridgeback, der 3x täglich 10 Minuten an kurzer Leine um den Block geführt wird, wird seelisch verkümmern.

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Der Rhodesian Ridgeback soll, lt. Rassestandard, „einen ausgewogenen gebauten, starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer Geschwindigkeit äußerst ausdauernd. Das Hauptaugenmerk ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit ohne Tendenzen zu einer massigen Erscheinung zu legen(FCI Standard Nr. 146/07.08.1998/D: Rhodesian Ridgeback)

Der Ridgeback ist also ein ausdauernder Läufer, der eine schlanke, athletische, definierte Bemuskelung trägt. Um die genannten Merkmale ausbilden zu können und diese zu erhalten, benötigt der gesunde Ridgeback regelmäßig die Möglichkeit, viele Kilometer mit ausreichender Geschwindigkeit ausdauernd laufen zu können.

Da uns nicht nur unsere Fitness und Gesundheit am Herzen liegt, sondern auch die unserer Hunde, versuchen wir einen Großteil unserer Freizeit mit Bewegung und Sport auszufüllen. Mindestens 2-3 Stunden sind wir täglich mit unseren Hunden unterwegs. Derzeit bereiten wir unsere Nachzuchthündin auf gemeinsame Joggingrunden vor. Sie zeigt große Freude an der Bewegung und läuft bereits sehr ausdauernd 5-6 km mit. Wir werden die Strecken entsprechend ihres Alters langsam und schonend steigern, mit dem Ziel zu gegebener Zeit die Strecke eines Halb-Marathon (21 km) mit ihr zu laufen zu können. Die Stecke eines Halb-Marathons (21 km) sollte ein erwachsener, gesunder, gut konditionierter Ridgeback problemlos hinter sich bringen können. Neben dem Joggen, gibt es verschiedenste Möglichkeiten den Hund ausdauernd zu bewegen: Amali liebt das gemeinsame Fahrrad- oder Inlinerfahren, außerdem läuft sie problemlos am Pferd mit.
Dies alles erfordert keinesfalls langes, intensives Training. Mit der richtigen Bindung zwischen Hund und Halter und einem gewissen Grundgehorsam, hat ein Ridgeback an allem Freunde, was ihm geboten wird.

Um unsere Hunde geistig zu fördern und auszulasten, bieten wir ihnen auf jeder Hunderunde und auch Zuhause Nasenarbeit und Kopfarbeit an. Sie warten z.B. artig bis wir sie losschicken um unsere Spur bis hin zum versteckten Leckerli nachzusuchen. Darüberhinaus arbeiten wir z.B. mit Marker, Klicker, Balancekissen und Schnüffeldecke. Wir machen Impulskontrolltraining und Jagdsequenztraining, beim schlechtem Wetter auch im Wohnzimmer.

Bereits vor einigen Jahren haben wir das Mantrailing für uns entdeckt, welches wir aktiv und regelmäßig mit Amali und Malou betreiben. Beide Hündinnen zeigen hierbei große Leistungsbereitschaft und Arbeitsmotivation.

Suchen und Spurenverfolgen an sich sind angeborene Fähigkeiten, konditioniert werden muss daher nur das konkrete Verfolgen einer menschlichen Spur (als lohnend) und die sogenannte Spurtreue, also der Wunsch, der Spur durch alle Ablenkungen und Störungen hindurch bis zum Erfolg zu folgen.(Sabine Ditterich, Mantrailing für Jederhund)

Was ist Mantrailing? Und wozu dieser Aufwand?
Der Weg zum Ziel ist der menschliche Individualgeruch, welcher durch Zersetzungsprozesse von Hautschuppen durch Mikroorganismen zustande kommt, ist unverwechselbar und unvermeidbar. Diese Geruchspartikel sind die Trail/Spur, welche oft delokalisiert von der Laufspur der Zielperson liegt, weshalb es dem Hund freigestellt ist, mit hoher oder tiefer Nase zu suchen. Die Ortung der Zielperson erfordert die Fertigkeit der Geruchsdifferenzierung zwischen verschiedenen Personen.
Mantrailing stellt eine artgerechte, sinnvolle und überaus auslastende Beschäftigung für Hunde dar. Die die Auslastung von Nase, Hirn und Bewegungsapparat sowie Höchstleistung an Konzentration fordert, wobei es dem natürlichen Suchverhalten von Hunden entspricht. Die Fähigkeiten eines Hundes sind für den Menschen mehr als beeindruckend!
Mantrailing fördert das Selbstbewusstsein des Hundes, kann als Therapieoption bei Verhaltensproblemen genutzt werden und stärkt die Teambildung zwischen Hund und Halter: Der Mensch ist gefordert der hervorragenden Nasenleistung seines Hundes zu vertrauen; der Hund zeigt Vertrauen in seinen Menschen auf ein Hilfsangebot bei Schwierigkeiten.

Abschließend noch zwei wichtige Aspekte die im glücklichen Hundeleben nicht fehlen dürfen:

Sozialkontakt: Das Toben mit Artgenossen können und wollen wir Zweibeiner eben nicht ersetzen!
Der regelmäßige Kontakt zu Artgenossen ist nicht nur Grundvoraussetzung für eine gute Sozialisierung, sondern bereitet allen Beteiligten unendlich viel Freude!

Erholung, Ruhephasen, Körperkontakt zum Menschen: Körperkontakt und Nähe fördern nicht nur die Bindung, sondern sind für die geistige Entwicklung, Verarbeitung und Gedächnisbildung unerlässlichen. Letztendlich sind sie essentiell für die Ausgeglichenheit eines Individuums und absoluter Balsam für die (Hunde-) Seele.
Bereits in der Welpenprägung (ab dem 1. Tag) haben Ruhephasen bei uns höchste Priorität.
Falls nötig, sollten die Youngsters dazu konsequent „gezwungen“ werden.
Der RR ist keinesfalls ein Hund, der rund um die Uhr beschäftigt werden muss, wenn er gerechte Auslastung erfährt! Wenn Frauchen und Herrchen arbeiten, am Schreibtisch sitzen, Besuch haben, oder auch mal Zeit für sich brauchen, genießen unsere Damen ihre Ruhe… Schlafzeiten werden bei uns eingehalten und die Akkus wieder aufgeladen.

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Und genau so schnell wie uns der Ridgeback an’s Herz gewachsen ist, ist er uns wundersamer Weise auch auf’s Sofa gewachsen…
Was soll’s, wir genießen es ja auch 😉